Leidenschaft für vollwertige Zutaten und frisches Mahlen – PPG Baker ist immer wieder ein Erlebnis

Leidenschaft für vollwertige Zutaten und frisches Mahlen – PPG Baker ist immer wieder ein Erlebnis

22. August 2016 • Wolfgang Mock • Hinterlassen Sie einen Kommentar

Für uns ist die Zusammenarbeit mit Pablo Puluke Giet – dem „PPG Baker“ – etwas ganz besonderes, denn Pablo lebt, wofür wir bei Wolfgang Mock stehen. Wir freuen uns über seine Leidenschaft für vollwertige Zutaten und für das gesunde, frische Mahlen von hochwertigem Mehl. Auch die Backworkshops mit ihm sind immer wieder ein tolles Erlebnis!

Ende Mai war er zu Gast in der Videoshow „Herz und Gaumenfreude“ von unserer Anna und hat gezeigt, wie leicht man ein leckeres Roggenmischbrot selbst backen kann. Übrigens finden Sie im Video auch das Rezept für dieses schmackhafte Brot …

Natürlich interessiert uns brennend, woher Pablo seine Leidenschaft fürs Backen und für die frische, gesunde Küche hat. Deshalb haben wir ihm in einem kurzen Interview einige Fragen gestellt:

Pablo, wie hat sich Deine Leidenschaft fürs Backen entwickelt?

Ich habe schon als Kind gerne gebacken und hatte eine kleine Holzhütte im Garten meiner Mutter, in der ich Nachbarn und Freunden selbst gebackene Kuchen, heiße Schokolade und Kaffee angeboten habe. So lag es auf der Hand, mich nach der Schule für eine Ausbildung als Bäcker zu entscheiden. Wie das so ist im Alter von 15-16 Jahren, versteht man den Sinn bei Nachtarbeit und schlechter Bezahlung nicht so richtig, weshalb ich die Ausbildung nach einem halben Jahr abgebrochen habe. Es folgten verschiedene Gelegenheitsjobs, mit 18 bin ich dann nach Hawaii ausgewandert. Dort hatte ich die Möglichkeit, in einer Bäckerei mitzuarbeiten, und so habe ich wahrscheinlich die ersten Laugenbrezen, Semmeln und Sauerteigbrote auf „Big Island“ produziert. 😉

Und wie ging es dann weiter?

Irgendwann zog es mich zurück nach Deutschland, wo ich eine Ausbildung als Landschaftsgärtner machte, diese aber aus gesundheitlichen Gründen auch abbrechen musste. Die folgenden Bürojobs machten mich nicht glücklich und irgendwie vermisste ich das Backen, also habe ich den Job gekündigt und bin zu meiner ursprünglichen Idee zurückgekehrt: Der PPG Baker war geboren! Mit neuer Motivation und aufgrund guter Noten habe ich die Bäckerausbildung in der Hälfte der eigentlichen Zeit absolviert, anschließend konnte ich in Florida und Los Angeles in verschiedenen Bäckereien meiner Leidenschaft nachgehen.

Wow, das war sicher inspirierend für Dich?

Ja, denn in der Bäckerei in L.A. war alles anders als in Deutschland, auf einmal backten die nur mit natürlichen Hefen und ohne jegliche Backmittel. Erst wirkte es auf mich eher unprofessionell, aber ich hatte mich getäuscht und lernte nun, wieder echt und handwerklich zu backen, unter anderem auch mit frisch gemahlenem Getreide. Das hat mich noch mal ganz neu motiviert. Bei einem Besuch in Deutschland hat mir Wolfgang Mock ein Buch von Michael Pollan geschenkt, was meine neue Sichtweise auch noch einmal verstärkt und geprägt hat. Ich kann das Buch „Lebensmittel“ nur jedem ans Herz legen zu lesen!

Pablo, aktuell machst Du ja die Meisterschule hier in Deutschland, was sind aus Deiner Sicht die wichtigsten Trends, wenn es ums Brot backen geht?






„Back to the Roots“ ist das Stichwort, also neues Wissen mit alten, ursprünglichen Methoden umsetzen. Das Bäckersterben in Deutschland zeigt ganz klar, dass die Kunden keinen Einheitsbrei mehr möchten, auch weil es im Supermarkt häufig die gleichen Produkte gibt wie in der Bäckerei (Kornspitz, König Ludwig Brot usw.). Die heutigen Kunden kaufen und essen bewusster, der Trend geht zu echten, ursprünglichen Lebensmitteln. Es gibt ein paar Bäckereien, die das verstanden haben und umsetzen, aber leider kann ich (zumindest bei denen, die ich kenne) diese an einer Hand abzählen. Das heißt, man muss sich spezialisieren und neue Wege gehen, so wie es momentan auch in den USA passiert. Erschreckenderweise sind uns die Amis da einige Schritte voraus.

Wo siehst Du Dich in fünf Jahren, was willst Du erreichen?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten … Vielleicht möchte ich irgendwann zurück auf meine geliebte Insel kommen und dort eine Bäckerei eröffnen (lacht). In den nächsten Jahren möchte ich soviel wie möglich dazu beitragen, das schlechte Image der Bäcker nachhaltig zu verbessern. Ich hoffe, hier in Deutschland ein ähnliches Netzwerk aufbauen zu können, wie es das in den USA schon gibt. Eine Vereinigung der Bäcker, Müller, Bauern, Brauer — denn nur gemeinsam kann man wirklich etwas bewegen. Vielleicht gibt es dann auch ein Grain Gathering in Deutschland, wie ich es vor einigen Wochen zusammen mit Wolfgang Mock besuchen konnte.

Noch eine Frage zum Schluss: Welche drei Tipps kannst Du Einsteigern und Hobby-Bäckern mitgeben, worauf sie unbedingt achten sollen?

1. Nichts ist unmöglich!
2. Aus alten Denkmustern ausbrechen!
3. Probieren geht über Studieren!

Heutzutage ist es relativ leicht, an gute Infos und Rezepte durch Blogs und Facebook-Gruppen heranzukommen. Am Anfang einfach da mal durchkämpfen oder sich für das eine oder andere Fachbuch entscheiden. Auf meiner Facebook-Seite PPG Baker gebe ich auch regelmäßig Tipps, empfehle Literatur und gute Rezepte!

Pablo, vielen Dank für Deine Antworten, weiterhin viel Erfolg!

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